DIE INTENSIVIERTE KONVENTIONELLE INSULIN-THERAPIE (ICT)

Bei Typ-1-Diabetes ist die intensivierte konventionelle Insulintherapie (ICT oder Basis-Bolus-Therapie) heute fast immer die Therapieempfehlung. Aber auch bei Typ-2-Diabetikern, deren eigene Insulinsekretion mit fortschreitender Erkrankung weitgehend zurückgegangen ist und bei denen Therapieziele mit anderen Maßnahmen nicht zu erreichen sind, ist die ICT eine Option.

Mit der ICT soll die natürliche Insulinausschüttung der gesunden Bauchspeicheldrüse nachgeahmt werden. Im Normalfall schüttet die Bauchspeicheldrüse zweifach Insulin aus:

  1. Die Bauchspeicheldrüse gibt rund um die Uhr Insulin ab, um den Grundinsulinbedarf des Körpers abzudecken. Bei der Insulintherapie wird dieses Insulin „Basalinsulin“ genannt und mit langwirksamem Verzögerungsinsulin nachgeahmt bzw. ersetzt. Früher wurde es normalerweise 2 x täglich gespritzt, da die humanen Basalinsuline nur eine Wirkdauer von 12–16 Stunden haben. Dank der Weiterentwicklung der Basalinsuline ist es möglich, mit einer einzigen Injektion eines modernen langwirksamen Analoginsulins den kompletten Tagesbedarf an Basalinsulin abzudecken.
  2. Beim Essen gibt die Bauchspeicheldrüse stoßartig größere Mengen an Insulin ab, um den durch die Nahrungsaufnahme ausgelösten Blutzuckeranstieg zu regulieren. Bei der Insulintherapie wird dies „Bolusgabe“ genannt und durch Normalinsulin oder ein modernes kurzwirksames Analoginsulin nachgeahmt – in der Regel zu den 3 Hauptmahlzeiten.

Die ICT bietet den Vorteil, dass der Tagesablauf flexibel gestaltet werden kann: Zwischenmahlzeiten sind nicht notwendig. Mahlzeiten, Sport und Freizeitaktivitäten können frei gestaltet werden. Nachteil dieser Therapieform sind der höhere Aufwand durch die Anzahl der Injektionen und die erforderlichen mehrfachen Blutzuckermessungen (mindestens 4 x täglich).


Letzte Aktualisierung: 25.05.2020