INSULINPUMPENTHERAPIE

 Die Insulinpumpe kann bei Diabetespatienten eingesetzt werden, die eine intensivierte konventionelle Therapie (ICT) erhalten. Bei der Pumpentherapie, auch CSII (continuous subcutaneous insulin infusion), wird der gesamte Tagesbedarf von Basal- und Mahlzeiteninsulin durch die kontinuierliche Gabe eines kurzwirksamen Insulins abgedeckt. Es wird mithilfe einer kleinen Pumpe über einen Katheter in das subkutane Fettgewebe des Bauches injiziert.

Die Insulinpumpe hat eine doppelte Funktion

Die Basalrate deckt den Insulingrundbedarf ab. Mithilfe eines individuell angepassten Tagesprofils erfolgt dies sehr viel physiologischer als bei der Spritzentherapie. Darüber hinaus kann die Pumpe „auf Knopfdruck“ einen sogenannten Bolus abgeben, also eine zusätzliche Menge Insulin zu den Mahlzeiten, um den prandialen Bedarf abzudecken. Viele Insulinpumpen haben einen integrierten Bolus-Rechner, der bei der Berechnung des prandialen Insulinbedarfs hilft.

Die Insulinpumpe wird häufig bei Kindern und Patienten mit Blutzuckerschwankungen eingesetzt

Kindern und manchen Erwachsenen fällt es schwer, ihr Blutzuckerprofil stabil zu halten, selbst wenn sie sich gewissenhaft an ihr Behandlungsschema halten. Bei Kindern spielen oft unvorhergesehene Phasen von Aktivität sowie hormonelle und metabolische Umstellungen im Wachstum eine Rolle. Bei Erwachsenen kann z. B. das Dawn-Phänomen für instabile Stoffwechsellagen verantwortlich sein. Hier werden in den frühen Morgenstunden vermehrt Wachstumshormone gebildet, die Insulin entgegenwirken und damit den Insulinbedarf in dieser Zeit erhöhen.¹

Heute tragen über 90 % der Kinder unter 6 Jahren mit Diabetes in Deutschland und Österreich eine Pumpe. Sie verbessert nicht nur die Stoffwechsellage, sondern reduziert auch die Gefahr von Hypoglykämien und diabetischen Ketoazidosen.²


Letzte Aktualisierung: 25.05.2020