BLUTZUCKERWERTE

Bei Gesunden beträgt der Blutzucker im Nüchternzustand normalerweise 60–100 mg/dl (3,3 mmol/l–5,6 mmol/l) und steigt nach der Mahlzeit (postprandial) auf bis zu 140 mg/dl (7,8 mmol/l) an. Bei nicht behandeltem Diabetes liegt der Blutzucker über 200 mg/dl, nicht selten auch bei 300–400 mg/dl.

Langzeitblutzuckerwert (HbA1c-Wert)

Der HbA1c-Wert spiegelt den durchschnittlichen Blutzuckerwert der letzten 2–3 Monate wider – unabhängig davon, ob die Blutzuckerwerte in der Zwischenzeit stark angestiegen oder gesunken sind. Er gibt den Anteil des „verzuckerten“ roten Blutfarbstoffs (Hämoglobin) am Gesamthämoglobin wieder. Dieses stabile „Zucker-Hämoglobin“, auch „glykosyliertes Hämoglobin“ oder „HbA1c“ genannt, entsteht bei jedem Menschen, nicht nur bei Diabetikern. Seine Menge ist abhängig von der durchschnittlichen Blutzuckerkonzentration. Vereinfacht ausgedrückt: Je höher der Blutzuckerspiegel über einen gewissen Zeitraum ist, desto höher ist auch der HbA1c-Wert. Bei Gesunden liegt der HbA1c-Wert bei etwa 5 % (30 mmol/mol).

BLUTZUCKERWERTE

Für Menschen mit Diabetes ist die richtige Blutzuckereinstellung das A und O für die Gesundheit und das Wohlbefinden. Nüchternblutzucker, postprandialer Blutzucker und der HbA1c-Wert geben Aufschluss darüber, wie gut die Blutzuckereinstellung ist.
 

Was sind die Risiken einer schlechten Blutzuckereinstellung?


Eine schlechte Blutzuckereinstellung kann sich im Auftreten von Über- und Unterzuckerungen (Hyper- und Hypoglykämien) äußern und ist für die Entstehung von Folgeerkrankungen verantwortlich. Liegt der HbA1c-Wert dauerhaft oberhalb des Zielwertbereichs (6,5 % bis 7,5 %), werden Gefäße und Nerven geschädigt. Diese Schädigungen schreiten schleichend voran, führen jedoch langfristig zu Folgeerkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall, Erblindung oder Amputationen. Um dies zu vermeiden, sollten die Therapieziele mit dem behandelnden Arzt festgelegt und regelmäßig kontrolliert werden.

Ideale Therapieziele

Solange keine problematischen Hypoglykämien auftreten, sollte bei Erwachsenen mit Typ-1-Diabetes ein HbA1c-Wert unter 7,5 % (58 mmol/mol) angestrebt werden.1 Bei Typ-2-Diabetes wird ein Zielkorridor zwischen 6,5 und 7,5 % (48 und 58 mmol/mol) empfohlen.2

BLUTZUCKERWERTE

Damit Sie Ihre Therapie gemeinsam mit Ihrem Arzt planen und verbessern können, sollten Sie Ihre Blutzuckerwerte langfristig beobachten. So lässt sich erkennen, wie und wann äußere Faktoren Ihren Blutzuckerspiegel beeinflussen, und bei Bedarf können Anpassungen vorgenommen werden. Ein Tagebuch hilft Ihnen dabei. Mit der Diabetes-Tagebuchfunktion des
 MyStar Extra® Blutzuckermessgeräts geht das schnell, einfach und bequem. Das Tagebuch macht sichtbar, welche Einflüsse wie z. B. Ernährung, Sport, Stress, Schlaf, Urlaub, Medikamente oder Krankheit Ihre Blutzuckerwerte in welcher Weise verändern oder ob es bestimmte Tageszeiten gibt, zu denen Sie vielleicht besonders auf Ihren Blutzucker achten sollten. Sie sehen auch, ob Sie Ihren Nüchternblutzucker und den Blutzucker nach dem Essen gleich gut im Griff haben. Egal, ob Sie Ihre Werte digital festhalten oder auf Papier: Mithilfe des Tagebuchs können Sie Ihre Daten rückwirkend auswerten. Sie erkennen, wie Ihr Körper auf bestimmte Einflüsse reagiert. Mit diesem Wissen wird es möglich, Ihren Blutzuckerspiegel dauerhaft zu stabilisieren.


Letzte Aktualisierung: 21.01.2020

Downloadcenter
 

REFERENZEN

1 S3-Leitlinie Therapie des Typ-1-Diabetes, 2. Auflage 2018, erhältlich unter: www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/057-013l_S3-Therapie-Typ-1-Diabetes_2018-08.pdf; [Zugriff: 30.08.2019];
2 Nationale VersorgungsLeitlinie Therapie des Typ-2-Diabetes – Langfassung, 1. Auflage. Version 3. 2013, zuletzt geändert: April 2014. Verfügbar unter: www.versorgungsleitlinien.de/themen/diabetes2/dm2_therapie;; [Zugriff: 30.08.2019]; DOI: 10.6101/AZQ/000203.